Vorurteil: Alle Verbindungen sind rechtsnational

Richtig ist: es gibt – wie in der Gesamtgesellschaft – einzelne Personen und Gruppierungen, die eine rechtsnationale Gesinnung verkörpern.

Dies gilt aber nicht für uns und die Mehrheit der Verbindungen und besonders nicht für deutsche Landsmannschaften und Turnerschaften. Unsere Verbindung hat Mitglieder, die das ganze Spektrum demokratischer Parteien abdecken. Wir treten als Gesamtheit nicht parteipolitisch auf. Weder ist die Zugehörigkeit zu bestimmten Konfessionen noch ist die ethnische Herkunft ein Auswahlkriterium für die Aufnahme als Mitglied. Verpflichtet fühlen wir uns unserer Sprache, unserer Kultur und besonders unserer im Grundgesetz festgelegten demokratischen Grundordnung.

Vorurteil: Verbindungen berufen sich auf Mannbarkeitsriten

Richtig ist: Wir sind eine schlagende Verbindung.

Das Austragen von Mensuren ist für uns tatsächlich ein Prüfstein, an dem das einzelne Mitglied sich selbst und seinen Bundesbrüdern beweist, dass es Teil der Gemeinschaft sein will. Um diese Mensur erfolgreich zu bestehen, wird der Paukant durch die anderen Mitglieder bestmöglich trainiert, beraten und praktisch wie moralisch unterstützt. Und das Bestehen wird festgestellt aufgrund der gezeigten Technik und der gezeigten Haltung. Es hängt nicht davon ab, ob Verletzungen empfangen oder ausgeteilt worden sind. Aber die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft zeigt und beweist sich auch an vielen anderen Leistungen der Mitglieder. Hierbei steht insbesondere die gegenseitige Unterstützung und Achtung im Vordergrund.

Vorurteil: Verbindungen sind frauenfeindlich

Richtig ist: Wir nehmen als schlagende Verbindung nur männliche Studenten auf.

Aber unsere Frauen und Partnerinnen sind ein wesentlicher Teil unserer Verbindung. Ohne sie ist weder das Studentenleben noch das Leben nach dem Studienabschluss vollständig und erstrebenswert. Feten, Tanzkurse, Ausflüge oder gemeinsame Vortragsveranstaltungen gehören zu unserem Verbindungsleben. Auch wenn wir gern mal ein Bier unter Männern genießen und es mit den Veranstaltungsformen „Kommers“ und „Kneipe“ traditionelle Programmpunkte allein für die Bundesbrüder gibt. Der Zusammenhalt und die Wertschätzung der Frauen zeigen sich an lebenslangen Freundschaften der Familien untereinander wie auch z.B. der Einbeziehung der Witwen verstorbener Bundesbrüder in unser Bundesleben.

Vorurteil: Verbindungen sind antiquiert, ihre Mitglieder „Ewig-gestrige“

Richtig ist: Wir sind stolz auf unsere über 140-jährige Tradition und verkörpern unsere Zusammengehörigkeit durch unsere Verbindungsfarben.

Dies gilt aber analog für Sportvereine und politische Parteien. Verbindungen heute beschäftigen sich mit den aktuellen gesellschaftlichen Themen. Die Meinungsbildung ihrer Mitglieder wird in den Vortragsveranstaltungen und Diskussionen gefördert. Und wenn die Entwicklung sozialer Kompetenzen oder Softskills, die Verbindungen seit jeher als eine ihrer wichtigsten Aufgaben zur Persönlichkeitsbildung angesehen haben, als „vergangenheitsorientiert“ bezeichnet werden sollte, halten wir dies für eine gravierende Fehleinschätzung.

Vorurteil: Verbindungsstudenten lieben das Komasaufen

Richtig ist: Auf unseren Kneipen und Kommersen wie auch bei anderen Zusammenkünften wird Bier getrunken.

Dabei wird allerdings jeder Einzelne gefordert, Haltung zu bewahren. Der junge Student soll lernen, mit seinem „Fassungsvermögen“ umgehen zu können und dabei Trinkmenge und -tempo zu kontrollieren, um einer Veranstaltung mit Anstand beiwohnen zu können. Dagegen ist es nicht das Ziel zu demonstrieren, wie man in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Alkoholisches in sich hineinfüllen kann. Wir sind der Überzeugung, dass es auch im späteren Leben nützlich ist, sich in Bezug auf Alkohol im Griff zu haben.