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KONTIKI IN SCHWEDEN

 

Zeitraum: 15 Tage (18.07. - 02.08.2006)
Strecke: Kiel - Göteborg - Kiel
Von: Kiel bis Anholt

 

Vorweg eine Frage: wie weit im Norden war schon mal unsere Kon Tiki?
Es vergehen manchmal ein paar Semester bis eine Idee umgesetzt wird. So war’s auch diesmal. Aber endlich stand es fest, dass im Sommer 2006 nach Schweden gesegelt wird. Und wir waren uns sicher, dass nicht nur wir sondern auch unserer Lieblingskönigskreuzer dem Törn und den noch nicht bekannten Ostsee Revieren entgegenfieberten. An einem schönen Dienstagmorgen des 18. Juli stachen Nerijus Bielskis und Oliver Peukert in den See. Die Vorbereitungen des Schiffes, die Proviantbesorgungen, die lästigen Einkäufe waren vergessen,- wir segeln dem unbekannten Norden entgegen. Nein, diesmal kein Besuch bei unserem Fischrestaurant in Laboe. Eine schöne Briese begleitet uns schon unter der Küste von Langeland. Die ersten Schweinswalen werden gesichtet. Es fängt ja gut an! Doch dann dreht der Wind und schläft schlagartig ein. Feierabend. Der zu erst anvisierter Ankerplatz muss weichen,- dass man keine Schweinemastanlagen in den Seekarten vermerkt, war für uns auch neu…

Nach einer etwas schaukeligen Nacht genießen wir das Frühstück im Großen Belt bei einer ruhigen Fahrt Richtung Rosnaes. Nur der Wind will nicht mitspielen. Es wird so heiß, dass man sich fast die Füße auf dem Schiff verbrennt. Eine Erfrischungsdusche mit dem Pützeimer fürs Schiff und für die Segler oder auch das herrliche Baden lassen uns die Windstille trotzdem genießen. Wir ankern in der ausgedehnten Bucht vor Rosnaes, lassen uns das Abendessen schmecken und prosten der untergehenden Sonne zu. Am nächsten Tag steht uns ein „großer“ Sprung zu der mitten im Kattegat liegenden Insel Anholt bevor. Der aufgefrischte Wind meint es aber gut mit uns und bringt uns sicher abends in den Hafen. Der ist aber überfüllt, Päckchen bis zu 8 Schiffen. Es ist auch nicht verwunderlich bei dieser Lage der Insel,- es gibt keine anderen Zwischenstationen im Kattegat!

 

Anholt bis Vaberg
Nach einer Nacht vor Anker verlassen wir Anholt und freuen uns über das wunderschöne Segelwetter. Im Vergleicht zu den Heimatgewässern können die 4 Beaufort im Kattegat anstrengend werden. Ein gemütliches Frühstücken beim Segeln ist da nicht drin. Zumindest nicht auf der Kon Tiki. So segeln wir bis in den Vorhafen von Varberg hinein und machen quasi im Stadtzentrum fest. Nach dem Aufklarieren des Schiffes ziehen wir noch los, besuchen ein paar Kneipen, bummeln durch die engen Gassen und genießen das abendliche Leben von Varberg. Am nächsten Morgen, bevor wir losfahren, müssen wir noch die Hafengebühren bezahlen. Es ist der Preis von zwei Bier. Hmm, ist denn das Bier zu teuer oder ist die Hafengebühr sehr niedrig? Wahrscheinlich beides.

 

Vaberg-Göteborg
Ab Varberg motoren wir gen Norden an der Küste entlang. Die Landschaft ist ungewohnt aber interessant. Als wir abends nach einer Bucht suchen, werden wir in einen Privathafen eines Segelklubs von einem Mitglied reingewunken. Fast keine menschliche Seele zu sehen, alles ruhig und idyllisch. Während des Landgangs bestaunen wir die schöne Bucht von Maleviken und die ersten im Meer liegenden Schäreninseln. Als Nachtisch gibt es noch reichlich Blaubeeren und Preiselbeeren. Nur die Fische, die abends im Hafen umherschwimmen, wollen nicht beißen… Die letzte Etappe nach Göteborg lassen wir langsam angehen. Ankern, angeln, tanken Sonne, ruhen uns aus vor der Insel St Lövö.

 

Göteborg
Als wir abends im Hafen Lilla Bommen in Göteborg festmachen, freuen wir uns, dass wir unsere Idee verwirklicht haben. Das ist doch einen Sundowner wert! Die Stadtoper mit ihren Besuchern direkt vor uns, das Traditionssegelschiff Wikinger hinter uns in der Handreichweite. Erstmal die letzten Tage sacken lassen. Doch plötzlich tauchen drei Passanten auf dem Steg auf, die mit dem Finger auf unser Schiff zeigen und behaupten, das wäre ihr Schiff! Moment mal, wir sind doch beim ersten Sundowner! Die Unbekannten werden aufs Schiff eingeladen und bald klärt sich das Ganze mit dem „Unser Schiff“. Die Familie Lievenbrück ist die Vorbesitzerin der Kon Tiki! Der Abend war gelaufen. Das Hauptthema des Abends oder besser gesagt der Nacht war „Kon Tiki“. Die Unsere, ihre Alte und ihre Neue. Das musste auch unserer Bbr. Guido, der mit dem Zug aus Kiel kam, erstmal verdauen. Die alten und die neuen Geschichten kamen hoch, Frau Lievenbrück war bis in die Tränen gerührt, dass es mit ihrem alten Schätzchen gesegelt und liebevoll umgegangen wird. Zum Abschied am nächsten Morgen schenken wir noch eine Kon Tiki Tasse, die dann sofort zur Kaptain-Tasse getauft wird, an die Vorbesitzer und verbleiben mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen.
Auch wenn es anders geplant war, machen wir erstmal einen halbtägigen Ausflug in die Stadt.

 

Göteborg-Marstrand
Irgendwann später haben wir doch genug von der Kultur und Geschichte und, wie Guido behauptet, von den schönen Göteborgerinnen. Nichts einfacher als das,- Leinen los und schon sind wir unter Segel in den Schären von Göteborg unterwegs. Dieselbe Idee beim schönen Segelwetter hatten auch andere, aber es ist noch kein Stau in Sicht. Die ganze Zeit werden wir von der wunderschönen Landschaft begleitet, bis wir im Hafen des Inselchens Rörö anlegen. Den nächsten Tag nach reichlichen Erlebnissen in Göteborg lassen wir es wieder langsamer angehen und genießen die Schären beim Baden und Angeln. Unser nächstes Ziel ist Marstrand, das über einen sehr engen Kanal zu erreichen ist. Dort liegen wir im Päckchen mit zwei weiteren schwedischen Schiffen. Der Vorbesitzer von einem liegt uns direkt voraus,- nanu, verfolgt uns etwa die Geschichte von Göteborg!?

 

Marstrand-Skagen
Ist denn Marstrand nördlich genug gewesen? Wir glauben schon und beschließen, dass dies das Bergfest werden soll. Also, ab nach Westen Richtung Skagen. Unterwegs auf der Autobahn zwischen den beiden skandinavischen Ländern verspüren wir nicht mal einen Hauch des Windes, die See ist spiegelglatt. Wie gut wir es uns vorstellen können, wie es hier werden kann! Im Skagerrak vor Skagen wollen wir doch noch unser Anglerglück probieren. Wir werden nicht enttäuscht! Der Eimer ist halbvoll mit den Makrellen, die später in der Bucht vor Skagen für ein schmackhaftes Abendessen sorgen.

 

nach Tunö
Die nächste Etappe nach Grenaa erweist sich für Guido als die schwierigste. Als Meteorologe versucht er jeden kleinsten Regenschauer vorauszuschauen und natürlich sofort sich wetterfest zu machen. Doch das hilft ihm wenig. Nach einigen Stunden Welle satt und Wind gegenan muss Guido auch noch Fische füttern. Erst in Grenaa wird er richtig lebendig und macht unser nächstes Ziel, wo etwas los sein soll, aus. Auf der Insel Tunö sollen sich die Segler vom Festland, und nicht nur, am Wochenende zusammenversammeln. Wir machen fest im Hafen, besuchen alle Kneipen auf der Insel und verbringen einen feuchtfröhlichen Abend.

 

von Tunö bis Dyvig
Wir haben eine Verabredung! Die Tilikum wartet auf uns in der Dyvig Bucht! Auf dem Weg dorthin reparieren wir noch einen Motorschaden, aber etwas später sitzen wir zusammen mit Bbr. Harald Schlinker und genießen das Begrüßungsbier. Gleich danach gilt es die besten Spare Ribs ganz Dänemarks auszuprobieren. Der Ausklang des Abends wird in die späteren Stunden verschoben…

 

ab nach Kiel
Nach einem herrlichen Frühstück verabschieden wir uns bis Sonderborg. Kaum wurden ein paar Fotos von der Tilikum in Action geschossen, ist sie schon im Alssund verschwunden. In der Einfahrt in den Sund helfen wir noch einem dänischen Segler mit der Schleppleine und erreichen am späten Nachmittag beim starken Gegenwind den Hafen von Sonderborg ohne fremde Hilfe. In diesem kleinen netten Städtchen finden die beiden Crews ein paar Kneipen, die ihren Vorstellungen entsprechen. Das Seemannsgarn wird gesponnen, wir lassen die letzten Tage auf der Ostsee Revue passieren. Ups, die gemütliche Kneipenatmosphäre hat uns vergessen lassen, dass wir die letzten Gäste sind… Die Schlussetappe nach Kiel. Die See fordert uns noch mal auf. Wir müssen reffen, wir müssen kreuzen. Aber nach einigen Stunden sieht man schon den Leuchtturm, dahinter ist die Förde.

 


Nach 15 Tagen und 620 Seemeilen sind wir wieder zu Hause!
Aber nur bis zum nächsten Törn! Ahoi!

Nerijus Bielskis Z!Z!

 

 


 

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